Alternativer Bildungskongress 19.-21. November 2010

Werkstattschule in der Pawlowstraße 16, Rostock

Liebe Betroffene und Interessierte

Wir organisieren einen Alternativen Bildungskongress Mecklenburg-Vorpommern für den 19.-21. November 2010 in Rostock. Wir rufen alle Interessierten auf, den Kongress mitzugestalten, eigene Themen anzubieten und laden Euch zur Teilnahme ein. Wir wollen mit Euch diskutieren, was ist und was anders werden muss.

Rückblick:
Das deutsche Schulsystem ist weltweit zum Symbol für Ausgrenzung und Selektion geworden, genauso wie die Bologna-Reform europaweit ein Schreckgespenst für viele Studierende. Deshalb gingen mehrere Wellen des Bildungsstreiks durchs Land. Ein erster Bildungsprotest erfasste Mecklenburg-Vorpommern am 12. November 2008. In Stralsund kamen rund 500 betroffene Schülerinnen und Schüler aus Gesamtschulen, Regionalschulen, Gymnasien und Berufsschulen, sowie Lehrerinnen und Lehrer zur Kundgebung. Sie reisten aus Stralsund, Nordvorpommern und von der Insel Rügen an. Vor und nach der Kundgebung fanden Spontandemonstrationen statt. Einer der größten Streiktage in Mecklenburg-Vorpommern war der 17. Juni 2009, an dem mehr als 3000 vor allem Schülerinnen und Schüler in Rostock und etwa 600 junge Menschen in Greifswald auf die Straßen gingen. Mehr als 1.500 Studierende folgten dann am 10. Dezember 2009 in Rostock und Greifswald, nachdem die Hörsäle besetzt worden waren. Einen weiteren gemeinsamen Streiktag gab es am 9. Juni 2010. Die Demonstrationen und Aktionen waren immer Teil der bundesweiten Protesttage.

Kritikpunkte:

Sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch die Studierenden und Auszubildenden stellten lange Forderungskataloge auf.
Das mehrgliederige Schulwesen produziert jährlich viele neue BildungsverliererInnen. Internationale Vergleichsstudien belegen, dass in kaum einem anderen Staat der Bildungserfolg der Schülerinnen und Schüler von ihrer sozialen Herkunft und dem Elternhaus abhängig ist. Dabei ist es mit reinen Strukturänderungen kaum getan. In den Schulen braucht es bessere Voraussetzungen und andere Konzepte, die wir vorstellen und diskutieren wollen.
Ganze 11 Jahre nach dem Beschluss der größten Hochschulreform Europas ist der Leistungsdruck und die Verschulung in den internationalen Studiengängen deutlich spürbar. Zwischen den Modulen bleibt kaum noch Zeit für weitere selbstgewählte Veranstaltungen, während der Bachelor in der Arbeitswelt kaum Perspektiven bringt, die Masterplätze aber stark beschränkt sind. Zusätzlich bleibt vielen Wissbegierigen mit Berufserfahrung der sogenannte zweite Weg in die Universitäten verschlossen. Diese und weitere Entwicklungen möchten wir kritisch beleuchten.
Auszubildene und Gewerkschaftsjugenden bringen Forderungen nach einem Grundrecht auf Ausbildung für jede/n, unbefristeter Übernahme für alle in Vollzeit und im erlernten Beruf sowie Forderungen nach Demokratisierung der Ausbildung in den Streik ein. Bei der schulischen Ausbildung gibt es z.T. hohe Schulgebühren und überspitzte Fehltagregelungen. Aber auch in den betrieblichen Ausbildungen gibt es Probleme: hier sind vor allem Kosten für Unterkunft, Fahrkosten und eigene Verpflegung bei Regional- und Landesklassen zu nennen.
Die Beschäftigten der Schulen und Hochschulen werden zu nehmend ökonomischen Zwängen unterworfen und müssen dafür zum Teil in prekäre Beschäftigungsverhältnisse zum Staat treten. Oft fallen organisatorische Aufgaben an, die nicht in die Arbeitszeit eingerechnet werden, tatsächlich aber die effektive Lehrarbeit oft erst ermöglichen. Im Organismus Hochschule fehlen den Beschäftigten wichtige Möglichkeiten und Perspektiven der Mitbestimmung.
Insgesamt stehen die Akteure und Einrichtungen unter Sparzwängen und damit zum Ausverkauf. Doch neue Alternativen und Probleme müssen thematisiert bzw. die Hürden zu ihrer Umsetzung herausgestellt werden.
Der ABIKO möchte der Auftakt sein, die vielen Ideen und Alternativen schlüssig zu vermitteln, zu diskutieren und die in Sachen Bildung engagierten Menschen zusammenzubringen und zu vernetzen. Denn Bildung ist keine Ware und Menschen sind kein Humankapital für die Wirtschaft.

Alternativer Bildungskongress:
Die Politik hat den großen und lauten Protest wahrgenommen und musste sich vielfältigen Diskussionen stellen. Doch dieses Jahr wird unserem Bildungssystem mit dem „Rotstift der Krisensparer“ mit massiven Kürzungen gedroht. Bund und Länder können sich auch fortan nicht auf konkrete Mehrfinanzierung in der Bildung, wie lange versprochen, einigen. Deshalb dürfen wir nicht auf halber Zielgeraden verstummen. Lasst und als Betroffene und Interessierte miteinander in einen Austausch treten und uns über Zusammenhänge im Bildungssystem informieren. Lasst uns auf diesem Bildungskongress die bestehenden Probleme, Alternativen und Lösungen diskutieren. Alle Forderungen sollen gebündelt werden, um die Verantwortlichen noch vor der Landtagswahl 2011 persönlich damit zu konfrontieren und unter Druck zu setzen.

Um Anmeldung wird gebeten. Siehe:

email: info@abiko-mv.de
www.abiko-mv.de


Aufrufende:

Attac MV
Bildungsaktion Rostock
Bildungsstreik Greifswald
DGB Jugend Nord
Bildungsinitiative „Bildung ist Zukunft MV“
Gewerkschaft GEW M-V
Gewerkschaft Ver.di – Nord, Fachbereich 5
Personalräte der Universität Rostock
Grüne Jugend M-V
Grüne Hochschulgruppe Rostock
Jusos M-V
Juso Hochschulgruppe Greifswald
Juso Hochschulgruppe Rostock
Linksjugend Solid MV
Linksjugend Solid Stralsund
Die Linke.SDS Greifswald
Soziale Bildung Rostock e.V.

Hier gibt es das Programm (.doc)

Die Unis brennen wieder!

Gestern Abend wurde für eine Nacht das AudiMax der Universität Wien besetzt! Fast genau vor einem Jahr besetzten Studierende in Wien den größten Hörsaal der Universität schoneinmal. In Folge dessen breiteten sich die Studierendenproteste über den europäischen Kontinent, Großbritannien bis auf den amerikanischen Kontinent aus.
Der gestrigen Besetzung in Wien ging eine Demonstration von etwa 20′000 Studierende voraus. Noch immer hat sich wie im gesamten europäischen Bereich nichts an der dramatischen Situation an den Universitäten geändert. Die österreichische Politik sieht eine bessere Ausstattung Hochschulen nur Hand in Hand mit Zugangsbeschränkungen zum Studium gehen. Das kann und darf natürlich nicht akzeptiert werden.

Informationen zu den aktuellen Vorgängen findet ihr auf der altbekannten Internetseite unibrennt.at und zum Beispiel auf der Seite liberalen österreichischen Tageszeitung Der Standard (derstandard.at).

Bildungsstreik 2010 in Rostock

Das neue Semester steht vor der Tür und als Einstimmung möchten wir einen kleinen Rückblick auf die vergangenen Aktionen geben.

Alternativer Bildungskongress 19.-21. November 2010 in Rostock

Liebe Betroffene und Interessierte

Wir organisieren einen Alternativen Bildungskongress Mecklenburg-Vorpommern für den 19.-21. November 2010 in Rostock. Wir rufen alle Interessierten auf, den Kongress mitzugestalten, eigene Themen anzubieten und laden Euch zur Teilnahme ein. Wir wollen mit Euch diskutieren, was ist und was anders werden muss.

Rückblick:
Das deutsche Schulsystem ist weltweit zum Symbol für Ausgrenzung und Selektion geworden, genauso wie die Bologna-Reform europaweit ein Schreckgespenst für viele Studierende. Deshalb gingen mehrere Wellen des Bildungsstreiks durchs Land. Ein erster Bildungsprotest erfasste Mecklenburg-Vorpommern am 12. November 2008. In Stralsund kamen rund 500 betroffene Schülerinnen und Schüler aus Gesamtschulen, Regionalschulen, Gymnasien und Berufsschulen, sowie Lehrerinnen und Lehrer zur Kundgebung. Sie reisten aus Stralsund, Nordvorpommern und von der Insel Rügen an. Vor und nach der Kundgebung fanden Spontandemonstrationen statt. Einer der größten Streiktage in Mecklenburg-Vorpommern war der 17. Juni 2009, an dem mehr als 3000 vor allem Schülerinnen und Schüler in Rostock und etwa 600 junge Menschen in Greifswald auf die Straßen gingen. Mehr als 1.500 Studierende folgten dann am 10. Dezember 2009 in Rostock und Greifswald, nachdem die Hörsäle besetzt worden waren. Einen weiteren gemeinsamen Streiktag gab es am 9. Juni 2010. Die Demonstrationen und Aktionen waren immer Teil der bundesweiten Protesttage.

Kritikpunkte:
Sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch die Studierenden und Auszubildenden stellten lange Forderungskataloge auf.
Den Schülerinnen und Schülern ist es wichtig, das mehrgliederige Schulsystem zugunsten einer Gesamtschule abzulösen, das Miteinander zu fördern und die Schulen besser auszustatten. Sie wollen kleinere Klassen und weniger Leistungsdruck, damit Lernen selbstbestimmter und individueller stattfinden kann. Die Studierenden fordern offene Hochschulen für alle statt sozialer Selektion und Konkurrenzkampf. Das Bafög soll elternunabhängig sein, denn die meisten Studierenden müssen während des Studiums arbeiten gehen. Insbesondere die Einführung des Bachelor-Master-Systems hat zu einer Verschulung des Studiums geführt und verstärkt das unreflektierte Auswendiglernen unter großem Zeit- und Leistungsdruck.
Auszubildene und Gewerkschaftsjugenden bringen Forderungen nach einem Grundrecht auf Ausbildung für jede/n, unbefristeter Übernahme für alle in Vollzeit und im erlernten Beruf sowie Forderungen nach Demokratisierung der Ausbildung in den Streik ein. Bei der schulischen Ausbildung gibt es z.T. hohe Schulgebühren und überspitzte Fehltagregelungen. Aber auch in den betrieblichen Ausbildungen gibt es Probleme: hier sind vor allem Kosten für Unterkunft, Fahrkosten und eigene Verpflegung bei Regional- und Landesklassen zu nennen.
Beschäftigte der Schulen und Hochschulen, insbesondere die Personalräte und Gewerkschaftsmitglieder, fordern eine den Anforderungen entsprechende Personalausstattung sowie Erhalt und Ausbau der Beteiligungsmöglichkeiten. Eine Politik, die Bildungseinrichtungen zu Unternehmen macht, lehnen sie kategorisch ab.
Die gemeinsamen Forderungen aller Betroffenen sind die Abschaffung sämtlicher Bildungsgebühren, selbstbestimmtes Lernen und Leben ohne Einflussnahme der Wirtschaft und die ausreichende öffentliche Finanzierung des Bildungssystems. Bisher sollen junge Menschen nur fit für die künftigen Arbeitgeber gemacht werden, nicht jedoch fit fürs Leben. Doch Bildung ist keine Ware und Menschen sind kein Humankapital für die Wirtschaft.

Alternativer Bildungskongress:
Die Politik hat den großen und lauten Protest wahrgenommen und musste sich vielfältigen Diskussionen stellen. Doch dieses Jahr wird unserem Bildungssystem mit dem „Rotstift der Krisensparer“ mit massiven Kürzungen gedroht. Bund und Länder können sich auch fortan nicht auf konkrete Mehrfinanzierung in der Bildung, wie lange versprochen, einigen. Deshalb dürfen wir nicht auf halber Zielgeraden verstummen. Lasst und als Betroffene und Interessierte miteinander in einen Austausch treten und uns über Zusammenhänge im Bildungssystem informieren. Lasst uns auf diesem Bildungskongress die bestehenden Probleme, Alternativen und Lösungen diskutieren. Alle Forderungen sollen gebündelt werden, um die Verantwortlichen noch vor der Landtagswahl 2011 persönlich damit zu konfrontieren und den Druck fortzusetzen.


Aufrufende:

Attac Mecklenburg
Bildungsaktion Rostock
Bildungsstreik Greifswald
DGB Jugend Nord
Elterninitiative „Bildung ist Zukunft Greifswald“
Gewerkschaft GEW M-V
Gewerkschaft Ver.di – Nord, Fachbereich 5
Personalräte der Universität Rostock
Grüne Jugend M-V
Grüne Hochschulgruppe Rostock
Jusos M-V
Juso Hochschulgruppe Greifswald
Juso Hochschulgruppe Rostock
Solid Stralsund
Soziale Bildung Rostock e.V.


Kontakt:

Alternativer Bildungskongress M-V
c/o Attac Rostock
Postfach 14 10 21
18021 Rostock

email: info@abiko-mv.de
www.abiko-mv.de

Studierende nicht gegeneinander ausspielen

Studierende in Mecklenburg-Vorpommern lassen sich nicht spalten:
Aufruf zur Teilnahme an der Großdemonstration in Schwerin!
Am Donnerstag, den 08.Juli 2010 veranstaltet der AStA Greifswald in Schwerin eine Demonstration gegen die Streichung der LehrerInnenausbildung. Die Bildungsaktion Rostock unterstützt die Greifswalder Studierendenschaft bei diesem Vorhaben.
Beide Universitäten müssen Maximalforderungen stellen können, ohne mit der jeweils anderen Universität in einen Konkurrenzkampf zu treten. Die Zielvorgabe – das heißt die einseitige Vorschrift – des Landes im Jahr 2006 sah vor, den Staatsexamensstudiengang Rechtswissenschaften in Rostock zu schließen. Im Gegenzug fiel die Entscheidung, die LehrerInnenausbildung in Greifswald zu reduzieren. Doch nur weil die Uni Rostock sich diesem Diktat gebeugt hat, muss die Uni Greifswald das noch lange nicht.
„Wir begrüßen jeden Widerstand gegen die Zielvorgabe des Ministeriums, unsere Hochschulen angeblich effizienter zu gestalten, Kosten einzusparen und den Stellenabbauplan bis zum Jahr 2017 mit aller Gewalt durchzudrücken“, so Florian Fröhlich als Mitglied der Bildungsaktion Rostock. Im Unterschied zum Bundesland Schleswig-Holstein, in dem der Sparhammer kurz und schmerzvoll zuschlägt, wird der „Kürzungsschmerz“ in Mecklenburg-Vorpommern geschickt über einen Zeitraum von 13 Jahren in die Länge gezogen, um den Widerstand gering zu halten und auf verschiedene Hochschulen zu verteilen.
„Wir rufen die Gremien beider Universitäten in Mecklenburg-Vorpommern auf, sich gemeinsam auf einen Forderungskatalog zu einigen, der Maximalforderungen beider Unis zulässt und geschlossen deren Realisierung durch das Bildungsministerium einfordert“, fügt Fabian Nehring, ebenfalls Streikmitglied, hinzu. Dabei darf es nicht darum gehen, innerhalb eines begrenzten Budgets und unter der Keule der angeblichen Alternativlosigkeit das geringste Übel auszusuchen, sondern dem Ministerium gegenüber klarzumachen, dass Bildung keine zu vermarktende Ware ist, Universitäten sich nicht gegeneinander ausspielen lassen, sondern stattdessen eine für alle offene, demokratische und emanzipatorische Bildung anstreben. Die Mittel, die für eine Bildung, wie sie durch die Studierendenstreiks gefordert wurden, benötigt werden, sind von der Regierung u.a. durch Umverteilung zulasten der Besitzenden und Unternehmen bereitzustellen.
„Das Ansinnen einiger Rostocker Lehramtsstudierenden und des Studentischen Prorektors, eine Gegendemo in Schwerin zu organisieren, bewerten wir als kontraproduktiv und rückwärtsgerichtet“, meint Heike Matzeck als Streikaktivistin, „die Demonstration am Donnerstag sollte stattdessen ein erster Anfang für ein gemeinsames Vorgehen gegen die sinnfreien Sparzwänge der Regierung und für ein ganz anderes Bildungssystem sein.“ Die Bildungsaktion Rostock ruft alle Studierenden dazu auf, an den Protesten der Greifswalder teilzunehmen und der Landesregierung ihren Unmut kundzutun!